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LIEBE
ONLINE (2002)
203 Seiten
ISBN 393249766X
EUR 12,80
2. Auflage
Verliebte Mails? Erotische Mails?
Es gibt sie, und nicht zu knapp.
Lisa und Sven-Kai lernen sich durch
das Internet kennen
und sie beginnen eine leidenschaftliche Affaire.
Sie schreiben frech, witzig und manchmal auch traurig,
vom simplen Milchtütenkrieg bis zu den Fragen:
"Wer sind wir?
In welchen Häuten laufen wir durch die Welt?"
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Rezension von Gerd Sonntag: (lyrikwelt.de)
„Ich will mit
dir chatten, mailen…“
„Niemals Ehemänner!“ schwört sich die alleinerziehende Lisa – und
verliebt sich im Chatroom Hals über Kopf in Sven-Kai: Redakteur,
verheiratet, ein Kind. Und nirgends schießt Amor schneller als im
Internet: Es trifft „Himmelhund“ und „Schneewittchen“.
Wie im Märchen? Mitnichten. Ist Liebe ein Glück oder Unglück, die
Lösung oder das Problem? Womöglich beides?
„Liebe online“, der neue Internet-Roman der in Franken beheimateten
Schriftstellerin Nele Mint, liest sich wie ein dokumentarischer
Briefroman, eine Fernliebe mit atemlos-süchtigen E-Mails und
SMS-Botschaften im Minutentakt, eine sechsmonatige Tour de force,
eine rasante Achterbahnfahrt zwischen himmelhoch lodernder Leidenschaft
und den abgründigen Höllen der Sehnsucht. Zwei Tagebücher
ineinandergeblättert, ein Wechselbad, ein einziger Schwindel der
Gefühle: „Liebe online“ ist ein Roman über die Angst nach der Courage,
über die unschuldigen Egoismen des Glücks - und darüber, wie hilflos
und einsam Liebe machen kann. Er handelt von Eifersucht, der
Unmöglichkeit dauerhafter romantischer Realitätsverdrängung - und von
der Unfähigkeit zu heroischem Verzicht: „Wie lange halten wir das aus?
Wir haben bei Tempo 100 angefangen!“ – „Ich habe dich zwar nicht, aber
ich will nicht auf dich verzichten.“ Nur wirft der manische Zwang,
miteinander glücklich sein zu müssen, auch eigene, persönliche Fragen
auf. „Wie soll ich leben?“
Nele Mint ist mit „Liebe online“ eine anrührende Liebesgeschichte
unserer Zeit gelungen, ohne den Lebensfaktor „Liebe“ romantisch zu
verklären. Liebe, sagt sie, ist eine alltägliche, triviale Geschichte -
und das Besondere für den, dem sie passiert. Und wen sie trifft, kann
von Glück sagen, welche Kapriolen es schlägt, das Leben. Abermillionen
von täglich verschickten E-Mails und SMS lassen vermuten, dass sie
Recht hat, es ist nicht auszuschließen, und am Ende des Buchs
angelangt, hofft und wünscht man es sich als Leser geradezu: Vielleicht
sind auch Lisa und Sven-Kai gerade jetzt online, im Netz.
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